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Sturmunglück in Rickenbach

Datum: 24.01.2018

Kurzbeschreibung: Ermittlungsverfahren eingestellt

 

Das Ermittlungsverfahren zum Sturmunglück in Rickenbach, bei dem im vergangenen August ein Baum auf ein Zeltlager stürzte, endete jetzt mit einer Einstellung. Die durchgeführten Untersuchungen haben eine strafrechtlich relevante Verantwortlichkeit Dritter nicht ergeben.

Auf einem Grillplatz am Waldrand war eine Weißtanne in den Nachtstunden aufgrund einer starken Sturmböe auf das Zelt der dort campierenden Jugendgruppe gefallen. Dabei wurden ein Jugendlicher getötet und vier weitere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Insbesondere kann den verantwortlichen Betreuern der Jugendlichen kein Vorwurf einer fahrlässigen Aufsichtspflichtverletzung gemacht werden. Im gesamten süd-westlichen Landesteil hatte es zwar seit dem Nachmittag über verschiedene Wetterdienste Sturmwarnungen gegeben. Auch regnete es mit Unterbrechungen. Die Auswertung der Messungen an der nächst gelegenen Wetterstation ergab aber, dass am Unglücksort im südlichen Schwarzwald über den gesamten Abend hinweg keine stärkeren Windböen zu verzeichnen waren. Vielmehr war es nur leicht windig. Die örtlichen Verhältnisse gaben daher durchweg keinen Anlass zur Sorge vor einem aufziehenden Sturm. Auch wurde die allgemeine Sturmwarnung im Laufe des späteren Abends aufgehoben und erst in der Nacht wieder erneuert. Die seit dem Orkan Lothar frei stehende Weißtanne kam dann durch eine plötzliche Sturmböe, die um 1.40 Uhr mit 97 km/h auf den Baum traf, zu Fall und begrub die Jugendlichen unter sich. Bei dieser Sachlage kann vor einem Sorgfaltspflichtverstoß der Betreuer nicht ausgegangen werden, da diese nicht mit einer einzigen derart starken Böe rechnen mussten, nachdem sich die Wetterlage seit dem Spätnachmittag kaum verändert hatte.

Zusätzliche Ermittlungen zur Standhaftigkeit des Baumes haben ergeben, dass insoweit auch kein fahrlässiges Versäumnis der Forstwirtschaft vorliegt. Zwar wies die Tanne im Inneren einige schadhafte Stellen auf, dies war von außen aber nicht sichtbar. Soweit am Wurzelrand schadhaftes Holz ermittelt wurde, haben die Untersuchungen nicht ergeben, dass dies bei den engmaschig durchgeführten Kontrollen bereits sichtbar gewesen wäre.

 

Iris Janke

Leitende Oberstaatsanwältin



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